Zum Hauptinhalt springen
Zur Mountainbike-Beratung
Referenz · Produktentwicklung im Salzkammergut

BergeSeen eTrail im Salzkammergut: eine E-Mountainbike-Runde auf bestehenden Wegen

Die Salzkammergut Tourismus-Marketing GmbH wollte die Idee des BergeSeen-Wanderwegs auf Mountainbike übertragen. Harald Maier entwickelte dafür eine mehrtägige E-Mountainbike-Runde auf vorhandenen legalen Wegen. Sie verbindet acht Tourismusregionen in Salzburg, Oberösterreich und der Steiermark.

10Tagesetappen
630 kmhistorischer Projektstand
14.500 hmhistorischer Projektstand
3 BundesländerSalzburg, Oberösterreich und Steiermark

Die Ausgangslage

Der BergeSeen-Wanderweg führte bereits als mehrtägige Runde durch das Salzkammergut. Michael Spechtenhauser fragte Harald Maier, ob ein vergleichbares Angebot auch mit dem Mountainbike möglich wäre.

Für eine durchgehende Trailroute fehlte die Infrastruktur. Deshalb wurde eine E-Mountainbike-Runde auf bestehenden legalen Mountainbike-Strecken, Forststraßen und Talradwegen konzipiert. Das E-Mountainbike machte die langen Distanzen und Höhenunterschiede für mehr Gäste machbar. Dafür mussten unterwegs Ladepunkte, Unterkünfte und Unterstützung verfügbar sein.

Vom Erstgespräch zum Förderprojekt

Nach dem Erstgespräch im Juli 2018 beauftragte die Salzkammergut Tourismus-Marketing GmbH Harald Maier mit dem Konzept und dem Förderantrag. Das Vorhaben wurde unter dem Titel „eMTB Weitwanderweg Salzkammergut“ zum Projektaufruf „Sommerfrische-Innovationen“ eingereicht.

Der Förderantrag ging am 4. September 2018 bei der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank ein. Er erfüllte die formalen Voraussetzungen des Programms für Ländliche Entwicklung 2014–2020, VHA 16.02.2.a. Harald Maier präsentierte das Projekt am 18. Oktober 2018 vor der Jury in Wien. Nach dem Zuschlag setzte das Team Route, Beschilderung, Daten, Website-Inhalte, Partnerbetriebe und Kommunikation um. Siegfried Zink verantwortete die verwaltungstechnische Förderabwicklung.

Mountainbike-Produktentwicklung auf bestehenden legalen Wegen

Im Projekt wurden keine neuen Mountainbike-Strecken gebaut. Bestehende legale Angebote wurden geprüft, digitalisiert und zu einer Rundreise durch acht Tourismusregionen verbunden.

Der historische Projektstand umfasste rund 630 Kilometer und 14.500 Höhenmeter. Die heutige offizielle Produktseite nennt mehr als 615 Kilometer und 14.000 Höhenmeter. Die Strecke wurde also später angepasst oder anders berechnet. Beide Werte werden hier ihrem Zeitpunkt zugeordnet.

Rund 55 Prozent Forststraßen, 44 Prozent Asphalt und sonstige Wege, etwa ein Prozent Singletrail: Der BergeSeen eTrail ist eine anspruchsvolle Mehrtagestour, kein klassisches Trailprodukt.

Was entlang der Route funktionieren musste

Für eine zehntägige Tour mussten Beschilderung, Ladepunkte, Unterkünfte und Hilfe bei Pannen zusammenspielen. Harald Maier konzipierte die Route, bereitete die Streckendaten auf und arbeitete die Beschilderung aus. Dazu kamen Website-Texte, Bildauswahl, die fachliche Begleitung des Promotion-Videos sowie Pressefahrten und Mediengespräche.

Die zwölf Partnerbetriebe erhielten ein Grundpaket für die Werkstattausrüstung. Mitarbeiter an den Rezeptionen wurden in die Grundlagen des E-Mountainbikens eingeschult. Hoteliers oder von ihnen benannte Mitarbeiter nahmen außerdem an einem Fahrtechnik- und Guiding-Training im Bike-Gelände in Obertraun teil. Die Fachpersonen dafür kamen aus dem Netzwerk des Mountainbike Kongresses.

Rund 450 Ladegeräte und offene Geodaten

Gemeinsam mit Bosch eBike Systems wurden rund 450 Ladegeräte für Standorte entlang und im Umfeld des BergeSeen eTrail verfügbar gemacht. Die Ladepunkte wurden in OpenStreetMap eingetragen. So konnten neben der Projektwebsite auch andere Karten- und Touren-Apps die Daten verwenden. Die Information war nicht an einen Prospekt, eine Beachflag oder eine einzelne Plattform gebunden.

Einige Hütten wollten nicht offensiv als Ladepunkt beworben werden, weil sie bereits stark ausgelastet waren und zusätzliche Gäste befürchteten. Mit einer Ablehnung von Mountainbikern hatte das nichts zu tun.

Einheitliche Beschilderung in drei Bundesländern

Das ursprüngliche Beschilderungskonzept kam aus Salzburg. Harald Maier passte diese Grundlagen für Oberösterreich und die Steiermark an und stellte die benötigten Dateien bereit. Dadurch folgte die Beschilderung in allen drei Bundesländern demselben Grundprinzip. Die Schilder wurden gemeinsam mit den zuständigen Ländern und regionalen Partnern umgesetzt.

Bilder, Video und Presse mussten zur Tour passen

Die Kommunikation sollte zeigen, was Gäste auf der Route tatsächlich erwartet. Harald Maier begleitete die Dreharbeiten vor Ort und achtete auf passende Fahrräder, Ausrüstung, Fahrpositionen und Fahrszenen. Der Film sollte keinen höheren Trailanteil vermitteln, als die Tour tatsächlich bot.

Für die Pressebegleitung befuhr er mit Journalisten Teile der Route und stand für fachliche Fragen zur Verfügung. Berichte erschienen in Fahrrad-, Outdoor-, Tourismus- und Regionalmedien.

BergeSeen Pass und Stempelstellen

Gemeinsam mit KTM wurden Stempelstellen und der BergeSeen Pass eingerichtet. Gäste konnten darin ihre gefahrenen Etappen dokumentieren. Wer genügend Stempel sammelte, nahm am Saisonende an einer Verlosung teil. Die heutige Produktseite führt den Pass und eine KTM-Gewinnmöglichkeit weiterhin an.

Für andere Regionen

Was sich aus dem Projekt ableiten lässt

Vorhandene Wege können reichen

Ein gutes Mountainbike-Angebot muss nicht zwingend mit neuen Trails beginnen. Entscheidend ist, ob bestehende Wege legal, durchgängig und für die vorgesehene Zielgruppe passend sind.

Die Route allein ist zu wenig

Beschilderung, Ladepunkte, Unterkünfte, Daten und Informationen müssen unterwegs funktionieren. Erst zusammen werden sie für Gäste zu einem nutzbaren Angebot.

Grenzen dürfen nicht spürbar werden

Wenn eine Tour mehrere Regionen und Bundesländer verbindet, brauchen Routendaten und Beschilderung ein gemeinsames Grundprinzip.

Kurze Antworten

Zwei Fragen zur Einordnung

Kann eine Destination auch ohne neue Trails ein Mountainbike-Produkt entwickeln?

Ja, wenn bereits legal befahrbare Wege vorhanden sind und diese zur Zielgruppe und zum versprochenen Erlebnis passen. Beim BergeSeen eTrail wurden bestehende Mountainbike-Strecken, Forststraßen und Talradwege zu einer zehntägigen Runde verbunden.

Was braucht eine regionsübergreifende E-Mountainbike-Tour?

Eine legale und durchgängige Route, einheitliche Orientierung, abgestimmte Streckendaten, Ladepunkte, vorbereitete Beherbergungsbetriebe und klare Informationen für Gäste. Bei mehreren Regionen oder Bundesländern müssen Zuständigkeiten und Datenpflege früh geklärt werden.

Quellen

Projekt und heutiger Stand

Die Darstellung verbindet AMBI-Projektunterlagen und die Projekterfahrung von Harald Maier mit heute öffentlich verfügbaren Produkt- und Fachquellen.

Mountainbike-Produktentwicklung

Sie haben legale Strecken, aber noch kein regionsübergreifendes Angebot?

Wir prüfen, welche Strecken sich verbinden lassen, wo Lücken bestehen und was Gäste unterwegs tatsächlich brauchen.